Der Lindentaler Forum-->Was tun, wenn angebotene Reparaturleistung anstatt Problem zu beheben, dieses noch verschlimmert?

Thema: » Was tun, wenn angebotene Reparaturleistung anstatt Problem zu beheben, dieses noch verschlimmert? «

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Kathrin Heberle

14.06.2014

12:56 Uhr

defekter Geschirrspüler konnte nicht über angebotene Dienstleistung repariert werden, sondern Problem danach noch größer

Überrascht Liebe Lindentaler - Gemeinde,

 

hier auf diesen Seiten werden jede Menge Dienstleistungen angeboten, u. a. die Reparatur von elektrischen Haushaltsgeräten.

 

Mein Geschirrspüler ist seit einiger Zeit nicht mehr zu verwenden, weil beim Einschalten immer wieder die Sicherung raus springt.

 

Weil ich wenig Geld habe, nur den Hartz-IV-Satz, war ich deshalb sehr dankbar, hier im Lindentaler ein entsprechendes Angebot zu finden, was mir Hilfe versprach.

 

Leider aber sah dann die Realität ganz anders aus:

 

Das Gerät wurde nicht repariert, weil zu wenig Ahnung. Da der Geschirrspüler in der Küchenzeile integriert ist, wurde es jedoch herausgelöst und dann wieder eingebaut.

 

Durch das Drehen und Wenden des Gerätes, inklusive Ausbau und Kippen, gab es dann aber einen lauten Knall im Frontbereich des Gerätes selbst, als es erneut in Betrieb genommen werden sollte. - Nun muss ich also davon ausgehen, dass die Schäden möglicherweise noch größer als vorher sind.

 

Berechnet wurden am Ende dann mehrere Stunden Arbeit, wobei die größte Zeit davon nicht der Reparatur dienten, sondern im Plaudern und Kaffeetrinken bestanden.

 

Es ist daher vielleicht nachvollziehbar, dass ich nunmehr sehr unzufrieden und auch verärgert bin. Und es ergeben sich für mich aus der Situation heraus eine Menge Fragen: 

 

1.) Wie geht man also mit solchen Problemen im Lindentaler um?

2.) Kann hier wirklich jeder alles anbieten und wie kann ich für mich absichern, dass die angebotene Leistung auch wirklich erbracht wird?

3.) Und wie ist damit zu verfahren, wenn durch das Handanlegen eines Lindentaler - Mitglieds die Schäden im Gerät am Ende vielleicht noch viel größer als vorher sind? Wer kommt dann für die Folge(-reparatur)-kosten auf?

4.) Wie ist das mit der Bezahlung? Zahle ich nur die reine "Reparaturzeit" oder auch die gesamte Zeit der Anwesenheit, inklusive Wegstrecke?

5.) Wer zahlt die Fahrkosten, die einem Mitglied zum Wohnort des "Kunden" entstehen?

 

Die Liste der Fragen läßt sich sicherlich noch erweitern. Und ich denke auch, dass ich mit diesem Problem hier im Lindentaler nicht allein dastehe. Deshalb mache ich das Thema öffentlich und freue mich, von anderen Mitgliedern Anregungen zu bekommen und zu erfahren, wie es andere hier handhaben.

 

Da die Regeln für das Forum relativ eng gesteckt sind und ich nicht riskieren möchte, aus der Lindentaler-Gemeinde ausgeschlossen zu werden, spreche ich mein Problem hier ganz allgemein an, ohne konkret einen Namen zu nennen.

Grit Scholz

20.06.2014

15:11 Uhr

ein guter Rat

Liebe Katrin,

erst mal danke, dass du deine Erfahrung hier für alle geteielt hast.

Ich möchte mal eine Antwort versuchen - da deine Mitteilung ja Fragen an DEN LINDENTALER stellte - wie gehen wir Menschen, wir Lindentalermitglieder mit solchen Situationen um?

Wir sind alle selbst verantwortlich und niemand ist gegen Schäden versichert.

Weder Menschen, die für Menschen etwas arbeiten, noch die Menschen, die sich etwas von anderen machen lassen. Alles was dabei geschieht, müssen die beiden Menschen miteinander klären und Lösungen dafür finden. Gelingt das nicht, ist es eine gute Idee, sich Unterstützung von anderen Mitgliedern zu holen.

Z.B. kann so etwas auch mal in einem Mitgliedertreffen geklärt werden - wenn beide Parteien anwesend sind und alle gemeinsam darauf schauen können.

Der LT funktioniert auf der Basis von gegenseitigem Vertrauen. Die LT-Welt ist nicht mit der Euro-Welt zu vergleichen und die Ansprüche und Erwartungshaltungen sollten den Umständen entsprechnd sein und nicht so - als hätte man einen Herstellermonteur bestellt.

Nun kann es sein, dass man sich mal täuschen lässt und jemand etwas tun will, was er gar nicht kann, oder auch, dass einem Menschen, der wem anderes helfen will - ein Missgeschick passiert.

Mein Gefühl ist - vorsätzlich geschieht so etwas sicher nicht.

Du schreibst auch, dass du nicht weißt - ob der Schaden deines Gerätes jetzt größer ist als vorher - aber gleichzeitig kommt dein Ärger davon, weil du das vermutest - durch den lauten Knall.

Wichtig wäre nun, herauszufinden, was denn wirklich mit dem Gerät los ist.

Wenn du keine Garantie drauf hast und kein Geld - einen Monteur zu bezahlen, oder dir ein anderes gebrauchtes Gerät zu besorgen - dann bleibt dein Geschirrspüler defekt (egal ob mit oder ohne Knall) das solltest du nicht vergessen. Du bist das Risiko eingegangen, dir von einem LT-Mitglied helfen zu lassen, was leider nicht funktioniert hatte. Dafür kann erst mal niemand etwas.

Für die Zukunft würde ich dir empfehlen, wenn dir solche Risiken zu groß sind, vorher zu fragen, ob Derjenige eine Haftpflichtversicherung für den Notfall hat - falls dir Schaden entstehen würde... oder ob der Mensch bereit ist, für evt. Schäden die Haftung zu übernehmen. Ich glaube zwar nicht, dass da jemand mit macht - aber zumindest hast du dich dann abgesichert. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.

Normalweise einigen sich die Mitglieder auf den Preis, der zu bezahlen ist. Niemand ist verpflichtet, etwas zu bezahlen, was nicht geleistet wurde. 

Hier liegt es wieder in deiner Verantwortung, das persönlich mit dem Menschen zu klären.

Du kannst ja sagen, dass du nicht bereit bist, die Plauderstündchen zu bezahlen.

Und überweist einfach nur das, was die Arbeitsleistung war.

Ich hoffe dir ist damit geholfen und du kannst die Angelegenheit klären mit dem Menschen, der dir da helfen wollte.

lieben Gruß

Grit

Roland Heilmann

01.03.2015

18:33 Uhr

keine Schwellenangst aufbauen?!

Aus der Sicht eines manchmal Reparierenden:

So oft stellt sich eine "kleine Sache" dann als eine große heraus, und manchmal auch größer, als man es im Rahmen des eigenen Könnens oder Werkzeug- und Ersatzteilrahmens möglich ist. Bitte verstehen: Erwartungshaltung sollte korrigierbar sein, aber Ehrlichkeit ist Grundvoraussetzung:

Der Auftraggeber sagt, was er denkt was das Problem ist, aber akzeptiert, dass es auch NICHT klappen kann, oder eben nicht wie gedacht / gehofft. Toleranz als Fähigkeit zu akzeptieren.

Der Auftragnehmer traut sich an den fremden Ort / Gerät, aber kennt seine Grenzen und spricht das aus.

Und alles das im Rahmen der menschlichen NICHT-Unfehlbarkeit. Das ist die gelebte Toleranz an einer Sache und nicht bloß in schönen Worten. Aber Worte selbst sind wichtig, woher soll ich wissen wie der Andere zu mir / der erwarteten Leistung steht?

Um reparieren zu können, muss man sehen können. Ist der Fehler nicht offensichtlich und von außen behebbar (jeder Maschinenbesitzer schaue sich jetzt mal bitte sein gutes Stück an, und wieviel da zu sehen ist), muss man Frontwände, Seitenwände, Rückwände usw. was auch immer abnehmen. Das geht nicht anders! Bei akuter Blinddarmentzündung wird sich keiner mit Handauflegen begnügen, oder?

Ganz sachlich meine Meinung: Da Hersteller bei Garantiereparaturen bzw. Fachfirmen bei Reparaturen auf Anforderung rechtliche Verpflichtungen eingehen, bewegen sich marktübliche Reparaturleistungen in einem Rechtsrahmen: Die Ersatzteile sind Originalteile (und es wird nicht klein gestückelt sondern gleich mindestens das nächstgrößere Gesamtteil ausgetauscht). Die Arbeitskräfte müssen einem marktüblichen und nachweislichen Qualifikationsniveau genügen. Die Firma ist (sollte) gegen fahrlässige Fehler in der Arbeitsleistung und gegen Folgen aus Materialmängeln versichert sein. Anfahrtspauschalen, Wartezeiten, die Firma will auch leben.. usw. usf. So setzen sich Preise zusammen.

Das endet also erst einmal kontrovers: Wenn mich jemand nach einer Haftpflichtversicherung fragt, müsste ich das verneinen, das wäre ja auch eine spezifische Berufshaftpflichtversicherung und die habe ich z. B. nicht, schon gar nicht für die vielen möglichen Arbeitsgebiete. Genausowenig wie  eine Zetifizierung / Ausübungserlaubnis / einen Gewerbeschein.

Dann wären also auf Lokalwährungs - Grundlage entweder als Lösung möglich: Die Akzeptanz einer Amateur - Reparaturleistung von jemand, der das zum Hausgebrauch / nach seiner Auffassung ausreichend gut kann. Oder aber zum anderen die Leistung eines Fachmannes / einer Fachfirma, die eine (teilweise) Regulierung auf Lokalwährungsgrundlage akzeptiert.

Aus meiner Kindheit kenne ich noch, dass viele Menschen irgendwelche handwerklichen Dinge oder Reparaturen stets zuerst einmal selbst angepackt haben. Oder man kannte jemand, der das Erforderliche konnte und mit dem man sich dann geeinigt hat. Und dann war da noch dieses, ich nenne es mal schwer zu beschreibende Gefühl, dass man vom Menschen / andern Menschen einfach grundsätzlich angenommen hat das er sein Bestes gibt und wenn das nicht reichte: SCHICKSAL.

Keiner hat versucht, dem anderen am Zeug zu flicken, weil: Es gibt immer ein NÄCHSTES MAL. Und der Mensch ist eh allemal wichtiger als so ein Dings.

Aber das ist wohl schon eher Moral...

Hoffnungsvoll, und mit Freundlichen Grüßen, der

Roland